Start Aktuell Verein aktuell Herbstfahrt des Kulturvereins

Die diesjährige Wochenendfahrt von Kulturkastl führte die interessierten Mitglieder und Nichtmitglieder am 15. und 16. September in die Fugger- und Welserstadt Augsburg. Augsburg konkurriert mit Trier, Worms, Kempten und Andernach um den Titel der ältesten Stadt Deutschlands.

Deshalb findet man in der Altstadt Gebäude unterschiedlicher Stilepochen wie z. B. mittelalterliche Zunfthäuser oder den Dom aus dem 11. Jahrhundert.

Aber in erster Linie ist das Bild der Stadt durch den Renaissancestil geprägt. Bereits im 16. Jahrhundert befand Melanchthon, dass „Augsburg ein deutsches Florenz ist, und die Fugger den Medici an die Seite zu stellen sind.“ Zusammen mit den Welsern, der zweiten großen Patrizierfamilie, hatten sie einen bedeutenden Einfluss auf das Weltgeschehen der damaligen Zeit. So flossen zum Beispiel große Geldsummen an die deutschen Kaiser Maximilian I. und Karl V., die damit in eine gewisse Abhängigkeit von den Fuggern gerieten. Aber auch zu den Päpsten hatten die Fugger gute Kontakte. Jakob Fugger („der Reiche“) finanzierte u. a. Papst Julius II. die Anwerbung der bis heute bestehenden Schweizer Garde.

Die Grundlage ihres Reichtums verdanken die Fugger dem Baumwollhandel mit Italien, der durch Bankgeschäfte und später durch den Aufbau eines Montanunternehmens erweitert wurde. Die Fugger hatten damals sozusagen eine Monopolstellung im Silber- und Kupferbergbau in Europa. Somit entstand aus einem konventionellen Handelsunternehmen mittlerer Reichweite ein europaweit agierender Konzern mit ausgeprägten Schwerpunkten im Montan- und Bankensektor. In einer neuzeitlichen Liste der 10 reichsten Menschen der Geschichte findet man deshalb auch Jakob Fugger mit einem geschätzten Vermögen von 277 Milliarden Dollar.

Um diese Fugger und Welser und ihre Heimatstadt besser kennen zu lernen, startete am frühen Samstag Morgen ein voll besetzter Bus mit den Kulturkastlern bei schönstem Sonnenschein. Obligatorisch wurde auf halber Strecke eine kleine Pause eingelegt, bei der es vom Vereinsvorstand spendierten Sekt und Wein gab.

Gut gelaunt erreichten die Kulturbeflissenen ihr Hotel Holiday Inn Express am Rande der Altstadt. Bis zum Beginn der Stadtführung blieb genügend Zeit, so dass sich jeder noch individuell stärken konnte.

Ab 13 Uhr ging es dann in zwei Gruppen durch die Stadt, geführt von zwei sehr kundigen und engagierten Stadtführerinnen. Sie zeigten den Besuchern nicht nur die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie das Rathaus mit dem Goldenen Saal, den Perlachturm, die Fuggerhäuser, den Dom oder das Weberhaus. Mit ihren interessanten Schilderungen versuchten sie auch, die Kastler in die damalige Zeit mit ihrer Weltanschauung, ihren Stimmungen, Schwierigkeiten und Besonderheiten zu versetzen.

Einer der Höhepunkte der 3stündigen Führung war sicherlich die weltberühmte Fuggerei, die erste Sozialsiedlung der Welt. Hier konnte man in einem Haus die Nachbildung einer Wohnung aus der Zeit des 16. Jahrhunderts besichtigen, aber auch eine nach modernen Gesichtspunkten ausgestattete Wohnung. Denn in dieser Siedlung können immer noch unter bestimmten Auflagen sozial Schwächere sehr preiswert wohnen. Beide Gruppen der Kulturkastler waren von ihren Stadtführerinnen begeistert, die den Rundgang spannend und unterhaltsam gestalteten, so dass die drei Stunden sehr schnell vergingen.

Danach konnte jeder für sich oder in einer kleinen Gruppe weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt auf eigene Faust erkunden. Manche nutzten das wunderschöne Wetter auch für einen Cafebesuch im Freien bzw. zum Einkaufsbummel.

Abends wurden einige Kastler noch Zeugen der 3. Augsburger Radlnacht, die über 15 km durch Augsburgs Innenstadt auf sonst für Radler gesperrten Straßen führte. Über 5000 Menschen von ganz jung bis sehr alt nahmen daran teil und hatten dabei sehr viel Spaß. Start- und Zielpunkt war in der belebten Maximilianstraße, so dass man bei einem Bier, Cocktail oder sonstigem Getränk dieses Spektakel gut verfolgen konnte.

Am Sonntag nach dem Frühstück spazierten alle Fahrtteilnehmer gemeinsam gemütlich zum Fugger- und Welsermuseum. Dieses ist nach neuesten museumspädagogischen Gesichtspunkten aufgebaut und gestaltet. Die Geschichte der beiden Handelsunternehmen, ihre Bankgeschäfte und der Bergbaubereich werden hervorragend mit modernster Technik präsentiert. Es werden die Wirtschaftszentren Augsburg und Venedig erläutert, über Handelswege in Europa und Seehandelsrouten nach Indien und Südamerika informiert. Auch die gesellschaftlichen Netzwerke und Kommunikationsstrukturen, die beide Handelshäuser aufbauten, werden anschaulich dargestellt.

Im Gewölbekeller des Museums wird sehr detailliert die Bedeutung der Fugger und Welser im Bereich der Montanwirtschaft erklärt. Als Sicherheit für Darlehen, die Jakob Fugger den Habsburgern und auch dem König von Ungarn gegeben hatte, ließ er sich Bergwerkserträge und –rechte in Tirol und Ungarn übertragen. Auch in der heutigen Slowakei, in Tschechien und sogar in Spanien hatten die Fugger Bergbaubetriebe und erlangten auf diese Weise eine marktbeherrschende Stellung in Europa.

In den Kellerräumen sahen die Kastler Besucher damalige Bergbautechniken, hörten und lasen über die harten Arbeitsbedingungen, denen nicht nur Männer sondern auch Frauen und Kinder unter Tage ausgesetzt waren. Auch wurden sie über die abgebauten Metalle, in erster Linie Silber, Kupfer und Zinn, und ihre Verwendung als Legierungen wie Bronze oder Messing, informiert. Am Eingang des Museums hatten meist 2-3 Kastler ein sogenanntes „Pfeffersäckchen“ erhalten. Bei den einzelnen Ausstellungsstücken, Schautafeln oder Videos konnten sie damit genauere Erläuterungen aktivieren. An einigen Standorten gab es auch interaktive Möglichkeiten, die natürlich einen Museumsbesuch heutzutage interessant gestalten. So konnte man sich z. B. am Binden verschiedener Seemannsknoten versuchen. Die zeitliche Länge des Museumsbesuches lag im Ermessen jedes Einzelnen. Danach konnte man noch weiter durch Augsburgs Innenstadt bummeln oder sich stärken.

Am späten Nachmittag traten dann die Kastler Kulturbeflissenen die Rückreise an. Diese wurde nochmals von einem inzwischen festen Ritual jeder Kulturfahrt unterbrochen, nämlich dem obligatorischen „Holzofenbrot mit geräucherten Bratwürsten“. Gut gelaunt und mit vielen neuen Eindrücken landeten dann alle wieder am frühen Abend in Kastl.

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